Sexualität
(3. 8. 2001)
Sexualität,
so glauben viele, wäre so etwas wie ein „niedriger Instinkt“. Dass sie das
glauben hat zu tun mit den grauenhaften Dingen, die in Zusammenhang mit
Sexualität geschehen: Morde aus Eifersucht oder um einen Partner / eine
Partnerin für sich frei zu machen, Dominierungen aller Arten, von direkter
Vergewaltigung bis hin zum abhängig Machen und Halten eines Partners / einer
Partnerin, Machtspiele ohne Ende, sich Verkaufen etc., etc..
Die
Sexualität ist ein starker Antrieb, dem sich fast niemand entziehen kann und
mit gutem Grund – denn er erzwingt Kontaktaufnahme und Kommunikation. Und doch
nicht ganz zwingend. Und zwar Kontakt mit einem Gegenüber, das anders ist.
Der
Unterschied zwischen Männern und Frauen ist ja nicht nur körperlich-organisch,
sondern vor allem auch psychisch-organisch.
Die
Wissenschaftler begründen den Unterschied natürlich mit dem „Instinkt“ und den
„instinktiv“ im Dienst der Brutpflege unterschiedlich angelegten sozialen
Rollen. Sie meinen, es wäre einfach eine Art genetisches Programm, das abläuft.
Und damit haben sie sicher recht, nur ist das bloß die halbe Wahrheit, denn die
ganze enthüllt sich erst mit der Frage nach dem über die Arterhaltung
hinausgehenden Sinn. Die Verhaltensforscher übersehen allzu leicht das Drängen
der gesamten Schöpfung in Richtung Bewusstheit. Und dabei spielt die Sexualität
eine erhebliche Rolle.
Aus
diesem Grund erleben wir in unserer Gesellschaft im Moment eine immer weiter
gehende Liberalisierung der sexuellen Riten und Vorschriften.
Die
Regelungen, die bisher gegolten haben, gelten nicht mehr. Allzu lange sind der
Sexualität schärfste Beschränkungen auferlegt worden, doch jetzt bricht das
alte Tabu auseinander und reißt die Institutionen, die sich dafür stark gemacht
haben, gleich mit sich in den Abgrund. Unsere Situation macht jetzt eine neue
Stufe der Beziehungen möglich, nämlich die freie Partnerbeziehung. Es ist zwar
noch nicht so, dass Männer Kinder bekommen können, aber es wird nicht mehr
lange dauern, dann wird es möglich sein. Und dann ist alles möglich, jede Art
der Beziehung und auch die monomane Fortpflanzung durch Cloning.
So wie
die Gesellschaft zu jeder Zeit eine Form gefunden hat, die Aufzucht ihrer Nachkommen
zu schützen und zu fördern, wird auch jetzt wieder eine Form gefunden werden,
ohne dass diese für alle verpflichtend sein müsste, denn jetzt ist jeder frei,
die Form zu finden, die ihm/ihr entspricht. „Die Gesellschaft“, also eine
politische Vereinigung der Bürger, wird jene Formen finden. Sie sind noch nicht
gefunden. Noch fehlt das Modell und es fehlt der universelle geistige
Hintergrund, aus dem das neue Modell hervorgehen kann. So einen geistigen
Hintergrund bin ich im Begriff darzustellen.
Die
Formen, in der Männer und Frauen in der Zukunft zusammenleben werden, sind alle
schon da. Und auch die sozialen Netzwerke sind schon da, schlimmstenfalls also
Sozialhilfe. Das ist zwar karg, aber es geht. Die Institutionen sind vorhanden.
Sie müssen nur noch von dem neuen Geist inspiriert werden, damit sie im
Bewusstsein der Menschen den entsprechenden Wert bekommen. Es muss wieder etwas
als „heilend“ oder dann sogar als „heil-ig“ betrachtet werden. Und zwar nicht
irgendwelche Gegenstände oder Gebäude oder Institutionen, sondern die
Nachkommen, die ja von Anfang an in ein Höchstmaß von Bewusstheit hineinwachsen
sollen – so wie früher, wo es bei allen Völkern die Übergangsrituale gab, die
die Kinder jeweils in verschiedenen Stufen in die Realitäten dieser Welt
einführten, bis sie als erwachsene und selbstverantwortliche Menschen in eine
größere Freiheit entlassen werden konnten, deren Regeln und Tücken sie
inzwischen intensivst kennen gelernt haben.
Damals
war alles durch Verwandtschaften geregelt. Das ist heute nicht mehr möglich.
Ja, Verwandtschaften werden möglicherweise immer geringere Bedeutung haben.
Wichtig
ist, dass die Kinder ein zu Hause haben, auch wenn sie nicht unbedingt immer
bei einer Person sein müssen. Sie könnten auch herumgereicht werden – in Liebe
natürlich, nicht abgeschoben! Und das müsste „die Gesellschaft“ möglich machen.
Platz für Kinder überall! Natürlich dort, wo Menschen Kinder lieben. Die Kinder
sollten wählen dürfen. Warum sollte ein Kind nicht auch für eine Weile bei
irgendwelchen Bekannten sein, die es mögen, oder sogar bei Fremden, zu denen
irgendein Kontakt entstanden ist.
Heute
würden die staatlichen Behörden dabei ständig befürchten, dass eine Art
Kinderhandel entstehen würde und dass die Kinder letzten Endes nicht geschützt
wären. Sie müssen natürlich geschützt werden. Vor allem aber wären sie schon
sehr gut geschützt, wenn sie das Geld, das ihr Unterhalt kostet, von der
Gesellschaft mitbekommen würden.
Darüber
hinaus müssten die Kinder natürlich mit ihresgleichen zusammenkommen.
Kindergarten, Schule – nur, auch die Schule müsste sich grundlegend wandeln,
nämlich in Richtung auf eine Einrichtung, in der die Schüler so sehr von der
Erfahrung der Erwachsenen profitieren möchten für ihr Leben, dass sie gerne
hingehen. Natürlich dürfte die Freiheit andererseits aber nicht so weit gehen,
auch die zu unterstützen, die sich dem Lernen lieber nicht unterziehen wollen.
Und natürlich muss völlig neu geklärt werden, wodurch die Kinder am besten auf
das Leben als Erwachsene vorbereitet werden.
Das
nächste sind die neuen Übergangsrituale, die immer zeitgemäß an dem orientiert
sein müssten, was die Gegenwart an Mythen, Idealen und Horrorvisionen zu bieten
hat. Beides muss durchlebt werden. Und dazu muss es Projekte geben, die die
Probanden an ihre Grenzen führen und darüber hinaus. In jeder Beziehung. So
dass es ihnen möglich ist, sich von den landläufigen Bildern zu lösen und einen
unmittelbaren Kontakt zu finden zu sich selbst.
Und
dann, als die nächste Stufe, den anderen Menschen entsprechend begegnen zu
können.
Hier
kommen wieder Mann und Frau ins Spiel. Welche Art Prägungen es auch sein mögen,
die ein solcher Mensch während seiner Entwicklung erfahren hat, er muss von dem
ausgehen, was er hat. Von da aus sind Schritte über die momentanen Grenzen
hinaus möglich.
Der
sexuelle Trieb zwingt uns zum Handeln, zu einer Entscheidung, zu immer neuen
Entscheidungen, egal in welche Richtung er geht.
Wir
kommen, willig oder unwillig, in intensiven Kontakt mit einem anderen Willen.
Eine unsichtbare Kraft drängt uns dazu.
Was
immer der Unterschied zwischen Mann und Frau, sie sind jedenfalls weitgehend
komplementär, und doch gilt für beide die gleiche Regel: Alle beide müssen
dem/der anderen ihr Bedürfnis eingestehen. Alle beide müssen sich als schwach
zeigen, sonst erwecken sie kein Interesse – zumindest nicht bei Menschen, die
nicht an äußerlichen Bildern kleben. Auch der Mann muss sich als schwach
zeigen. Die Machos haben kein Problem damit. Sie betonen nur gleichzeitig, dass
sie sich nicht manipulieren lassen. Das Gleiche ist für die Frauen wichtig. Der
Unterschied zwischen Männern und Frauen liegt nicht darin, sondern in der
„Sprache“, also im Ausdruck, der nämlich genau dem entspricht, wie sie physisch
und psychologisch gebaut sind. Deshalb gibt es auch homosexuelle Kontakte und
Beziehungen und alle anderen Varianten. Die weiblichen Menschen (also nicht nur
Frauen im physiologischen Sinn) betonen das Gefühl (sie suchen überwiegend
Geborgenheit, also Sicherheit), die männlichen den Verstand (sie suchen
überwiegend Freiheit, Unabhängigkeit). Und somit ist für die Auseinandersetzung
zwischen Freiheit und Sicherheit gesorgt, jene beiden Pole, die uns zur
Bewusstheit zwingen. Darum geht es der universellen Evolution von Anfang an.
Und natürlich geht es darum auch bei den Menschen.
Wer
verstanden hat, dass es um Bewusstheit geht, ist dem Zwang nicht mehr
unterworfen. Er spürt den Druck, muss ihm aber nicht nachgeben. Er kann ihm
aber nachgeben. Und dann wird auch dieses Nachgeben der Bewusstheit dienen. Der
biblische Kain ist ein Beispiel eines Menschen, der dem Druck erlegen ist,
nicht freiwillig, sondern unter einem Zwang. Auch der sexuelle Drang kann die
Form des Zwangs annehmen. Und in der Not tut ist das Nächstbeste gut genug. In
der Not gibt es keine Freiheit. Die Lösung wäre natürlich Bewusstheit, für jede
Art von Not.
Auch
natürlich im Beziehungsstress. Bewusstheit heißt, sehen, was ist. Jeden Druck,
jeden Zug an sich selbst spüren und ihn vergleichen mit den Zügen und Drücken,
die aus dem Inneren kommen. Die Unterworfenheit erkennen unter diese Realität.
In einer sexuellen Beziehung gibt es die Möglichkeit, jene Bewusstheit sogar
ausdrücklich als die Grundlage auch der Beziehung zu sehen.
Wenn
sich also beide (oder mehr) Partner darauf einigen, dass sie einander gegenüber
ehrlich sein wollen und alles auf den Tisch legen, was bei ihnen los ist, dann
entsteht auch die bestmögliche Beziehung, denn beide werden einander sagen, was
sie sich vom anderen wünschen und sie werden sich auf ihre Wünsche Antwort
geben, wieder ehrlich. So werden die beiden (oder mehrere) mehr und mehr
bekommen, was sie sich wünschen. Es könnte aber auch sein, dass sie
feststellen, dass der/die eine das gar nicht hat, was man sich erträumt hat,
dann muss die Beziehung auseinandergehen und jeder der beiden muss das anderswo
finden, was er/sie sucht. Es kann sich aber auch etwas an den Wünschen ändern,
sodass eine Beziehung, die vorher nicht zu passen schien, jetzt plötzlich
passt. Alles ist möglich. Auch häufige Partnerwechsel, auch das Single-Dasein,
so sehr diesem noch der Geruch von Entfremdung anhaftet. Und natürlich auch das
Mönchische, der Zölibat, aber eben freiwillig und nicht als ein Gebot. Heute
sind es ja oft solche, die sich für Liberale Intellektuelle halten, die die
Nase am meisten rümpfen, wenn einer sagt, er habe freiwillig keinen Sex. Das
halten sie für pervers. Liberale Intellektuelle sind eben in Wirklichkeit
meistens moralische Spießer, die vor nichts mehr Angst haben, als davor, das
erkennen zu müssen. In der neuen Realität aber wird wirklich alles möglich
sein, von totaler Abstinenz bis hin zu allen Arten von sexuellen
„Perversionen“. Solange niemand dabei verletzt wird, braucht die Gesellschaft
keine Angst davor haben.
Natürlich
müssen wieder die Kinder geschützt werden, bzw. es muss sich um bewusste
freiwillige Entscheidungen handeln. Die Freiheit ist das Wichtigste. Das
zumindest muss die Gesellschaft sicherstellen. Wenig aber hilft paranoide Angst
in dieser Schutzfunktion. Auch den Kindern muss erlaubt werden, zu
experimentieren – und dadurch doch auch bewusster zu werden, eben schon als
Kinder – auch sexuell zu experimentieren, in jeder Richtung, die ihnen
einfällt, aber natürlich wieder mit der Ausnahme, dass niemand verletzt werden
darf.
Für
die trotzdem Verletzten muss es eine Angenehme Zuflucht geben (ein echtes Asyl)
mit größter Toleranz ihnen gegenüber und schonender Rückführung mit offenen
Ohren. Für diejenigen, die verletzen, muss es eine Form des Ausschlusses aus
der Gesellschaft geben, die wieder zur Bewusstheit führt. Sie müssen sich
auseinandersetzen mit dem, was sie tun.
So
muss auch der Gerichtsapparat umgeformt werden: Allein diese
bewusstheitsfördernde Auseinandersetzung ist das Ziel der Justiz und bei akuter
Gefahr natürlich die Verhinderung schlimmeren Übels. Dazu braucht es so etwas
wie „Encounter“ in den Gefängnissen. Und dafür braucht es natürlich
Justizbeamte, die wirklich die Interessen der Gemeinschaft vertreten und nicht
ihre eigenen, angefangen bei den Richtern bis hin zu den Justizvollzugsbeamten.
Und auch die Polizei muss in diesem Geist arbeiten. Und das über eine lange
Zeit, nämlich genau bis eine Umkehr erreicht ist.
Die
Größe des Delikts ist dabei nicht das Entscheidende, es geht um die
Einstellung. Es soll doch eine Einstellung der gegenseitigen Förderung sein.
Vorauszusetzen ist dabei allerdings, dass die Bedürfnisse der Menschen, die am
meisten leiden, auch gehört werden, denn sonst können sie ja nur destruktiv
werden und bleiben.
Und
das alles gehört zur Frage nach Mann und Frau, denn der Trieb zueinander ist
stark und mancher/manche ist ihm verfallen. Es kann eine Sucht sein. Dann
entsteht Abhängigkeit. Sie wird erst gelöst, wenn der Schmerz stark genug ist,
um das Bewusstsein der Abhängigkeit hervorzurufen. Dann löst sich das
hypnotische Bild, dann ist es möglich, auch „Nein“ zu sagen oder zumindest,
sich einzugestehen, dass der Zwang einfach überwältigend ist. Das ist der
Anfang der Veränderung. Und damit auch der Veränderung der Beziehung.
Bewusstheit breitet sich aus. Und die Bewusstheit führt in immer tiefere
Befriedigung der Wünsche bzw. in die Befriedigung immer tieferer Wünsche.
Natürlich
kann es sein, dass der Partner nun aussteigt, wenn der andere anfängt mit
Bewusstheit, oder es kann sein, dass er sich darauf einlässt. Der aussteigt,
muss nun den nächsten, unbewussten und unter dem sexuellen Zwang stehenden
Partner/Partnerin finden, um weiter seine abhängig machende Rolle spielen zu
können. Und wenn der Schmerz dann auch bei diesem Partner / dieser Partnerin
stark genug ist, muss er wieder weiter ziehen und immer wieder wird er
konfrontiert werden mit der Anforderung nach Bewusstheit.
Ideal
wäre natürlich, wenn sich zwei (oder mehr) Menschen bewusst und freiwillig
einander hingeben und sich dann wieder zurücknehmen, genau in dem Rhythmus
ihrer Natur.
Ein
ständiges Offensein kann es nicht geben. Es muss auch Raum sein für das für
sich Sein und zwar genauso viel, wie notwendig ist. Das bedeutet also Zeiten
mit wenig Aufmerksamkeit für den Partner / die Partnerin. Sie müssen einen Weg
finden, sich zu begegnen, ohne sich zu verlieren. Sie müssen ihre Rhythmen
abstimmen. Wenn sie wollen. Wenn sie lieber Zoff wollen, warum nicht, es ist
aber schade um die Zeit. Sie sollten lieber schauen, was sie wirklich ärgert und
dort ihrer Wut Luft machen. Doch das braucht natürlich wieder Bewusstheit.
Der
Weg der Bewusstheit hat für alle nur Vorteile, Nachteile hat er nur für die
Erpresser und Vergewaltiger. Die haben dann keine Chance mehr. Sie haben dann
allerdings auch keinen Grund mehr für ihre Negativität, denn sie dürfen ja
rechtzeitig schon ihr Bedürfnis äußern. Sie werden gehört in ihrer Not. Dafür
muss es natürlich Leute geben.
Es
werden nicht die heutigen Psychotherapeuten sein, aber doch so etwas Ähnliches,
denn sie werden eben nicht so sehr von einer Methode ausgehen, als von ihrer
eigenen Bewusstheit. Das heißt also, dass eine organische Verästelung der
Bewusstheit in der Gesellschaft entstehen wird, die dem Ganzen immer neue
Anstöße zur Bewusstheit gibt, ähnlich dem Metabolismus, ähnlich dem
Blutkreislauf. Jeder wird auf seiner Ebene, also nach seinen Möglichkeiten in
seinem jeweiligen Umkreis für Bewusstheit sorgen und sich um die kümmern, die
nach Hilfe dabei fragen und gelegentlich sogar um die, die nicht danach fragen.
So
möchte eine Kultur der Bewusstheit wachsen gerade aus der Verschiedenheit der
zwei Menschengattungen Mann und Frau. Die sexuelle Energie treibt uns in diese
Richtung.
Es
wir eine neue Art von universeller Stammeskultur sein, in der es möglich sein
wird, vieles von dem Grauen des Lebens heute zu vermeiden und immer neue
Lösungen zu finden.
Den
Anfang macht der bewusste Entschluss, in diese Richtung zu gehen.
Alle
können nur gewinnen, wenn wir diesen Weg einschlagen und ihn über unser ganzes
Leben ausbreiten.
Dieser
Weg beginnt natürlich bei der Selbsterkenntnis, bei der Erkenntnis der
Ausgeliefertheit, und der Kraft, die uns ins Dasein gerufen hat. Bewusstheit
heißt, sich dieser Kraft zu überantworten, ihr 100% zu vertrauen. Dann sind wir
diese Kraft. Und wir sind frei, einander gegenüberzutreten, und zu sagen, was
wir möchten. Und wir wissen, dass es wieder diese Kraft ist, die uns im Anderen
gegenübertritt. Unser Weg enthält daher jederzeit Respekt vor dem unbekannten
Anderen genauso wie für uns selbst.
Wenn
sich alle diese Einstellung zu eigen machen, wird unser Leben sehr spannend
werden und erfüllt. Ein goldenes Zeitalter wird anbrechen. Aber natürlich wird
die Unachtsamkeit irgendwann wiederkehren und der Zyklus wird dann von vorn beginnen.
Was allerdings dazwischen geschieht weiß niemand. Allergrößte Träume könnten
verwirklicht werden – so wie damals die Pyramiden, heute natürlich das den
heutigen Möglichkeiten Entsprechende, vermutlich Weltraumkolonien und ein sehr
tiefgehendes Engagement für diesen Planeten.
Indianer
meinen, in Zeiten, wo alle im Stamm an einem Strang ziehen, gibt es keine
Krankheiten und keine Not. So möchten wird auch, dass es wird. Sonst wäre es ja
kein goldenes Zeitalter. Was dann möglich ist, davon können wir nur träumen.
Andererseits sind wir eben da, wo wir sind. Hier müssen wir unsere Bewusstheit
entfalten und den Anfang machen für jene Zeit.
Jedes
Bedürfnis, jeder Stress mit und in einer Beziehung stößt uns drauf. Unsere
Sexualität ist ein sehr guter Motor für die Bewusstheit.
Das
Tabu auf der Sexualität beruht auf den Gefahren der Abhängigkeit. Wer sie sieht
und sich dagegen schützt, ist frei. Und natürlich muss die Gesellschaft
mithelfen bei dem Schutz, wie oben schon gesagt. Das Tabu gilt nur für die, die
in Gefahr sind, ihrem sexuellen Drang zu erliegen. Es soll sie zur Wachsamkeit
ermahnen. Wenn sie das Tabu übertreten sollen sie sich nicht wundern über die
Folgen. In diesem unmittelbaren Zusammenhang muss das Tabu stehen. Es darf
nicht mythisiert werden, sonst wird sich daraus ein neues Verhängnis
entwickeln.
Alles
beruht darauf, dass alles sein darf, was niemand verletzt. Und dass es Angebote
gibt für die, die sich Sorgen machen, wie auch eben beschrieben. Und das alles
in unserem Umkreis. Wir müssen diese Einstellung vorgeben, damit sie sich
ausbreiten kann von uns aus. Umso mehr solche bewussten Zellen es gibt, umso
besser. Sie werden alles durchwuchern mit gutem Leben. Und so wird sich dieser
Weg durchsetzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die gegenwärtige
Entfremdung dafür sorgt. Die Menschen warten auf so etwas. Auf etwas, was ihnen
wirklich Aussichten eröffnet auf ein neues und viel stärkeres Leben – nicht
nach dem Tod, sondern gleich jetzt – eben in der Bewusstheit.
Es
muss nur alles zusammengebracht werden, damit die Menschen Vertrauen fassen:
Religion, Musik, Spaß, Arbeit, das ganze Leben eben.
Wir müssen erkennen, dass das die einzig bekömmliche Form
von Religion ist. Dass wir gemeint sind mit der Möglichkeit, Erscheinungen
Gottes sein zu dürfen, die es in jeder Religion gibt. Und dass sie in der
Bewusstheit besteht.
Die
Sexualität ist der natürliche Anknüpfungspunkt der Bewusstheit in unserem
Leben, jedenfalls ein sehr weitgehender.
Wir müssen experimentieren, um
unser Glück zu finden, immer im Bewusstsein der Gefahr. Ohne dass wir uns etwas
trauen, geht es nicht. Auch nicht in der Beziehung. Sonst fesseln wir uns
selbst. Das Vertrauen aber kommt aus der Bewusstheit. Wenn wir klar wahrnehmen,
was wir fühlen, finden wir darin jede Lösung. Und daher Vertrauen. Wir nehmen
nämlich auch jene Energie mit wahr, die im Bild der Lösung steckt und im
Schreckensbild der Gefangenheit, aus dem die Lösung ja entspringt. Das ist der
Weg der Bewusstheit.
Die Bewusstheit ist es auch, die
die gegenwärtige Sexwelle ausgelöst hat. Sie ist aus der Sexfeindlichkeit
hervorgegangen, als die Möglichkeiten gegeben waren. Das war vor allem die
Antibaby Pille, die modernen Kondome und die Medikamente gegen Geschlechtskrankheiten.
AIDS ist zu spät gekommen, um die Bewegung noch aufzuhalten. AIDS ist nur ein
letztes „Produkt“, eine letzte Materialisierung des Albtraums derer, die Angst
haben vor ihrer Sexualität, ihres letzten Widerstands gegen die sexuelle
Liberalisierung, die ja noch lange nicht an ihr Ende gelangt ist.
Es wäre sicherlich vorteilhaft,
auch die Krankheiten in so einem Sinn zu betrachten, nämlich als Produkt eines
Geists. Krankheiten können auf den Wegen des Geists projiziert werden auf
diejenigen, die man auslöschen möchte. Das sehen die Medizinmänner der alten
Völker ganz klar und voll zurecht. Es
gibt so etwas wie „Magie“. Sie wirkt. Unsere Vorstellungen wirken nämlich auf
uns und über uns hinaus. Sie können uns und andere krank machen und natürlich
auch gesund.
Die sexuelle Liberalisierung
erzwingt Bewusstheit, indem die Menschen experimentieren und ein Resultat
erfahren – das sicherlich oft nicht das ist, das sie erträumt hatten. Durch die
neuen Möglichkeiten ist einfach ein Tor geöffnet worden und der sexuelle Drang
ergießt sich jetzt auf neue Gefielde, die sich in der Vergangenheit nur wenige
leisten konnten. Das war das Programm der eben verstorbenen Beate Uhse, die den
Vielen das ermöglichen wollte, das vorher ein Privileg einiger weniger war. Sie
hat ihr Ziel erreicht, nur auch bei ihr war wohl das Ergebnis ein wenig anders,
als sie es vielleicht intendiert hatte. Die Folgen waren nämlich nicht nur
positiv. Auch Abstumpfung gehört zu den Folgen, Desensibilisierung, Überdruss.
So sehen viele die Gefahr heute
darin, dass die Stimuli immer weiter gesteigert werden müssen. Ein erster
Schritt dabei war die Verstärkung der Lust durch den Reiz des Verbotenen. Wenn
nun aber nichts mehr verboten ist, woher soll die Verstärkung nun kommen? Und
da meinen eben einige Besorgte, die Verstärkung könne nur aus der Kriminalität
kommen. Ich meine, auch wenn das möglicherweise für eine zunehmende Anzahl von
Menschen ein Motiv sein wird, gilt auch hier die gleiche Lösung: Bewusstheit.
Einfach die Wahrnehmung dessen, was ist. Und der Stimulus der Kriminalität
bringt mit Sicherheit Ergebnisse, die unerfreulich sind und daher Leiden
verursachen, in dem nach einer Lösung gesucht wird. So ist das ja auch schon im
Fall der sexuellen Abstumpfung durch das Überangebot an Reizen. Es macht einsam
und das schmerzt. Und das führt zwangsläufig zu größerer Bewusstheit, denn nur
sie bietet eine Lösung. Sexualität führt also auch auf diesem Weg zu größerer
Bewusstheit.
Tatsächlich ist die sexuelle Not
in unserer Kultur möglicherweise größer als je zuvor oder als in den
Entwicklungsländern. Jedenfalls gibt es viele, die einen Ausweg suchen – auch
aus dem modernen Zwang zu sexueller Leistung.
Ich biete mit diesen Gedanken eine
geistige Andockmöglichkeit für alle, die, von vielem Sex und von Pornographie
abgestumpft und unbefriedigt, sich fragen, wie es weitergehen soll, damit sie
sich eben nicht auf die kriminelle Schiene begeben müssen, um noch einen hoch
zu kriegen. Es gibt nur diesen einen Weg, den Weg der Bewusstheit: Nicht sich
etwas verbieten, sondern beobachten, wie es wirkt und wohin im Kontrast dazu
die Sehnsucht führen möchte.
Auf diese Weise werden sich so
etwas wie universelle menschliche Standards zeigen, die nicht ohne Schaden
missachtet werden dürfen. Solche Standards haben sich früher schon gezeigt
unter anderen Bedingungen. Deshalb müssen die Tabus aufgehoben werden, damit
sich jetzt unter den jetzigen Bedingungen zeigen kann, wie diese Standards
aussehen. Die sexuelle Liberalisierung ist also eine Notwendigkeit der Bewusstheit.
Der Weg geht niemals zurück, sondern immer vorwärts, immer durch eine Etappe
hindurch und dann weiter zur nächsten. Auch historisch kann nichts ausgelassen
werden. Selbst das Grauen des Nationalsozialismus konnte nicht ausgelassen
werden. Der Geist, der sich unter den gegebenen Bedingungen entwickelt hatte,
musste sich materialisieren.
Genau dieser Prozess ist heute
aber unsere Chance: Wir können uns in einem neuen Geist sammeln, in einem
Geist, der nichts verbietet, was niemand verletzt, der aber achtet auf die
Sehnsucht und der sich auf die
Verwirklichung des Traumes zubewegt. Wir können es besser haben, aber niemand
wird es für uns tun, wir müssen es schon selbst tun.
Bewusstheit führt zur Hingabe. In
unserer Sehnsucht werden wir sie entdecken. Nicht eine Moral, sondern ein
Bedürfnis und gleichzeitig ein Antrieb. Wir brauchen uns keine Kicks irgendwo
holen, um Energie zu spüren, wir brauchen nur unserer Sehnsucht folgen und die
Kicks werden kein Ende nehmen. Wir werden nämlich auch immer können, wenn die
richtige Zeit dafür da ist. Potenzprobleme gehören auf dem Weg der Bewusstheit
bald der Vergangenheit an. Potenzprobleme haben nur mit unserer Künstlichkeit
zu tun, damit, dass wir uns ständig verpflichtet fühlen, zu wollen. Es ist
beinahe ein sozialer Zwang, immer können zu müssen. Ein bewusster Mensch weiß,
dass nicht jede Gelegenheit dazu benützt werden muss, dass Sex eben sich auch
unter gewissen Bedingungen besser anfühlt als unter anderen und dass der
Leistungsaspekt nichts mit der Lust zu tun hat bzw. die meisten eher abtörnt.
Es geht doch in jeder Beziehung
darum, das eigene Leben so zu gestalten, dass es sich gut anfühlt. Und das ist
letzten Endes nur möglich, wenn wir unserer Sehnsucht folgen und nicht
irgendwelchen gerade kursierenden sozialen Bildern. Auch das zu unterscheiden,
braucht Bewusstheit. Aber der Blick auf die Sehnsucht genügt. Er zeigt sehr
schnell sehr klar, was gut ist und was nicht. – Und damit bin ich nicht bei der
Unterscheidung von „gut“ und „schlecht“, die zur Vertreibung aus dem Paradies
geführt hat, im Gegenteil. Ich masse mir jetzt ja nichts mehr an, ich bin nur
achtsam, auf das, was ist. Ich bewege mich in der Masse der Welt wie eine Amöbe
im Wasser, immer am Fühlen, was jetzt gut wäre. Und dabei geht es natürlich
nicht nur um eine Lust des Augenblicks, denn auch die Folgen sind im
Bewusstsein, das Gesamte ist im Bewusstsein. Vom Ganzen aus wird der Kurs der
Bewusstheit gesteuert. Heute letzten Endes vom Ganzen der Menschheit aus.
So ist es sehr wahrscheinlich,
dass es in der Zukunft einfach eine größere Bandbreite von
Beziehungsmöglichkeiten geben wird, sicher so etwas, wie eine Ehe zu dritt oder
mehrt etc. Gleichzeitig wird natürlich die Erwartung, einen Menschen besitzen
zu können, abnehmen. Was immer sich als der Weg eines Menschen herausstellen
wird, ist o.k.. Die engen Grenzen müssen weg. Die Welt wird dadurch nicht
untergehen, im Gegenteil, sie wird neu aufblühen – aber eben nicht auf dem
gegenwärtigen Weg immer breiterer sexueller Abstumpfung und Öde, sondern auf dem
Weg der Bewusstheit.
Um Missverständnisse zu vermeiden,
muss ich das noch näher erläutern, was ich „Abstumpfung“ genannt habe. Der
Alltag der Ehen ist oft durch sexuelle Abstinenz geprägt. Statt miteinander zu
schlafen, entwickeln beide Partner separat sexuelle Phantasien oder sie
strecken ihre Fühler nach neuen Partnern aus oder beides oder sie ziehen sich
zurück und entwickeln Depressionen. In der Beziehung laufen dann alle möglichen
schrägen Spiele des sich gegenseitig Verletzens – natürlich möglichst nur bis
scharf an Grenze, an der man den Ärger von Trennung und Scheidung riskiert.
Aber gelegentlich auch darüber hinaus. Und dann beginnt alles mit einem neuen
Partner von vorn, nachdem der Reiz des Neuen abgeklungen ist. – Aber auch das
muss ausprobiert werden, auch die Wege von „American Beauty“ (US-Film von 1999)
sind Wege in die Bewusstheit.
Andere schleichen um die Kabinen
der Peepshows herum, um dann in einem unbemerkten Augenblick hineinzuschlüpfen
und sich drinnen einen herunterzuholen. Auch bei diesen wird die Frage
auftauchen, ob es nicht besser geht.
Und keiner ist besser. Alle sind
in Not – paradoxerweise noch viel mehr so, so lange sie sich ihre Not nicht
eingestehen und bewusst machen, solange sie also weiterhin den starken Mann,
die starke Frau mimen, und so tun, als könnten sie etwas fordern. Aber mit dem
Eingeständnis unserer Not kommt die Umkehr, denn da sind wir ehrlich. Und da
wissen wir, dass wir nicht besser sind, als irgendjemand sonst. Und in dieser
Haltung, in der jeglicher Stolz fehlt, werden sich unsere Wünsche erfüllen,
weil wir alles tun werden, damit das geschieht. „Er demütigt sich selbst zum
geeigneten Mittel“, heißt es im I Ching. Das geeignete Mittel ist, dass wir
sagen, was wir möchten, dass wir kein Theater spielen, sondern einfach nur
ehrlich ausdrücken, was wir fühlen. Das bedeutet, dass wir das Interesse
füreinander äußern, das wir haben und unsere Bewusstheit damit in die Tat
umsetzen und natürlich auch unserem Schmerz äußern, einfach das, was da ist.
Dann können irgendwann gemeinsame Lösungen entstehen und dann kann auch die
Sexualität wieder funktionieren. Es gibt einen Weg und wenn zwei ihn wollen,
kann es kein Hindernis geben, das nicht überwunden werden kann. So wirkt die
Bewusstheit.
Die Unbewusstheit reißt dagegen immer
tiefer in einen Strudel hinein, in dem sich die Fronten verhärten und in dem
alle Beteiligten sich nur noch herumgestoßen fühlen, also in der Hölle. Das
lässt sich ändern. Niemand muss in der Hölle bleiben. Der Ausweg heißt
Bewusstheit. Nicht irgendwelche Formeln aufsagen – obwohl das auch schon die
Bewusstheit etwas erweitern kann – sondern die Angelegenheiten real anpacken,
eine nach der anderen. Bis alles gelöst ist. In der Hölle Tabletten zu nehmen
ist nicht zielführend, jedenfalls nicht auf Dauer. Nicht betäuben, sondern
aufwachen, ist gefragt. Aufwachen zu der Realität, in der man bekommt, was man
gibt. Und zu dem Wissen, dass es nichts umsonst gibt. Und dass man nichts
fordern kann, sondern dass man nur seinen Wunsch äußern braucht, damit sich früher
oder später ein Weg auftut für seine Erfüllung.
Auch die Flucht in neue
„Eroberungen“ bringt es nicht. Auch sie enden irgendwann im „Alltag“. Und dann
ist das Problem wieder da. Warum es also nicht gleich lösen?
Natürlich soll niemand dazu
gezwungen werden, das Leben zwingt ohnehin schon genug. Nicht von irgendwelchen
Menschen braucht eine Strafe kommen, die Unbewusstheit bestraft sich selbst
durch ihre Folgen. Es ist ein einfacher Ursache-Wirkung-Zusammenhang ohne
Fremdeinwirkung. Die Augen zumachen vor etwas kann nur zur Folge haben, dass
sich da etwas hinter unserem Rücken zusammenbraut, das sich irgendwann auf uns
ergießen wird in einer Form, die uns nicht angenehm ist.
Also jeder darf ruhig auch selbst
auf die Schnauze fallen, damit er spürt, wie das ist und die Nase nicht mehr so
hoch trägt. Es gibt keinen Ausweg aus dem Dilemma, keiner kommt hier lebend
durch. Es gibt nur die Möglichkeit, freiwillig zu „sterben“ durch das
Eingeständnis des eigenen Ungenügens. Dann ist der Stolz weg und dann wird unsere
Wahrheit die Menschen bewegen, denen wir sie zeigen. Das ist dann das neue
Leben, das auf den Tod unseres Stolzes folgt. Unser neues Leben gefällt den
Menschen. Sie finden das attraktiv. Unsere Beliebtheit nimmt zu. Wir bekommen,
was wir wollen, indem wir unsere Erwartungen auf das Maß der Realität reduziert
haben – was durchaus vereinbar ist mit so etwas, wie sich vom letzten Geld
einen teueren Sportwagen zu kaufen oder ähnlichen verrückt erscheinenden
Dingen, wenn die Realität einfach so ist, dass das die absolute Priorität hat.
In diesem Geist der Wahrheit ist einiges möglich, was vorher völlig
ausgeschlossen erschien. Es ist eben nicht mehr der Geist unseres Stolzes,
sondern der Geist unserer Natur, von dem wir uns jetzt lenken lassen. Wir willigen
ein in unseren schöpferischen Auftrag, in dem wir die Energie aus dem Nichts
produzieren, indem wir ihr einfach folgen – ungeachtet der Reaktion des
Partners, der natürlich zunächst von einem derartigen neuen Verhalten völlig
überrascht und aus dem Konzept gebracht sein wird. Aber wenn ein Mensch einfach
nur äußert, was er fühlt und alle Schuld dafür auf sich nimmt, weil er halt
einfach so unvollkommen ist und nicht drübersteht, auch nicht über solchen
Dingen wie dem biologischen Druck der Sexualität und auch dem Bedürfnis nach
Zärtlichkeit, nach Anerkennung etc., wenn ein Mensch das nun äußert, wird er
keine Aggressionen wecken, denn er sendet keine aus. Es kann höchstens sein,
dass der Stolz des Partners getroffen wird dadurch und sich provoziert fühlt. Aber
unter dem Stolz ist doch immer noch ein Mensch, der auch berührt wird und der
sich auf Dauer dieser Berührung nicht entziehen wird wollen. Wenn ein Mensch
entschlossen ist, den Weg der Bewusstheit zu gehen, wird das ausstrahlen auf
seine ganze Umgebung und es wird auf ihn zurückstrahlen. Seine demütig
geäußerten Wünsche werden erfüllt werden, ebenso wie er/sie die Wünsche seiner
Partnerin / ihres Partners (oder umgekehrt) erfüllen wird, so gut es geht. Es
ist sehr unwahrscheinlich, dass sie nicht wieder zusammenfinden oder eine
bessere Lösung finden, wenn beide (oder mehrere) auf ihren Stolz verzichten.
So ist auch der sexuelle Drang in
vielfältigster Hinsicht ein Drang, der nur in Bewusstheit seine Lösung findet.
Also nicht in Formeln oder Ritualen, obwohl die auch sein dürfen.
Und nachdem ja jeder seiner
eigenen Sehnsucht folgen soll, dürfen wir uns auf eine bunte Vielfalt freuen.
Alle dürfen sein. Und das Verletzen darf weggelassen werden. Es ist in einer
Welt ohne Stolz nicht mehr nötig. So sieht die bewusste Welt aus.