Das Erfolgsrezept

(9. 11. 2001)

 

 

 

Tun, was nötig ist. Das ist das ganze Geheimnis des Erfolgs und möglich wird das, indem man die Dinge einfach sofort erledigt ohne Zögern. Dann staut sich nichts an. Und das, was sich doch anstaut, wird eben auch irgendwann anstehen und dann ist es so weit, es zu erledigen, aber nicht früher. Das ist der richtige Zeitpunkt. Das zu wissen spart ungeheuer viel Energie, weil der Wunsch nach Erledigung doch die notwendige Energie erzeugt. Es ist kein künstlicher Krafteinsatz nötig.

Dadurch entsteht daher mit minimalem Aufwand ein erfolgreiches Leben.

Die Dinge sofort erledigen heißt natürlich, sich eine Liste von den Dingen machen, die erledigt werden müssen in der Priorität der entsprechenden Dringlichkeit. Und außerdem eine Zukunftsprojektion, eine „Vision“. Was soll herauskommen bei dem Ganzen? Wohin soll die Reise des Lebens führen?

So werden immer tiefere Schichten unseres Wünschens erfühlbar und erfüllbar. Und die Erfüllung wird den Grad unserer Meisterschaft anzeigen. Der Erfolg wird sich zeigen. Und der Misserfolg wird uns zeigen, in welchen Bereichen unser Fühlen noch nicht tief genug geht.

„He humbles himself to the means”, heißt es im I Ching. Um tun zu können, was nötig ist, müssen wir uns zunächst (wie wir zunächst meinen könnten) demütigen, heruntersteigen von unserem hohen Ross und der Einbildung wir hätten einen Anspruch auf irgendetwas. Erst dadurch können wir erkennen, was nötig ist. Und dann können wir es auch tun.

Unser Entschluss zur Bewusstheit wird uns wach halten. Erfolg ist garantiert. Nicht nur geschäftlich, sondern auch privat.

 

Der Einstiegspunkt in diese Art zu leben ist ein Prozess der Ernüchterung, der in eine vollkommene Kapitulation mündet. Die Sucht, vor der wir kapitulieren, heißt Überheblichkeit. Sobald wir unsere eigene Überheblichkeit sehen können, können wir die Überheblichkeit überall erkennen, aber wir verurteilen sie jetzt nicht mehr, sondern wir verstehen sie als ein Leiden – weil die Sucht nach Überheblichkeit ja kaum je befriedigt wird, es ist daher nur eine ständige Frustration. Aber indem wir die Überheblichkeit überall sehen und sogar tolerieren können, können wir sie benützen und das ist von unschätzbarem Wert. Wir können dadurch größtmögliche Unterstützung in dem bekommen, was wir tun. Nicht gerade durch Erpressung, aber doch durch den deutlichen Hinweis darauf, dass unser Tun mindestens gleichwertig ist (dem Tun der unbewusst Hochmütigen).

Kapitulation ist ein Akt vollkommenen Vertrauens. Es ist das Vertrauen darauf, dass wir von Natur aus gut genug konstruiert sind, um in uns unseren besten Lebenskurs zu entdecken. Schließlich haben die Ameisen keine Bücher, wissen aber genau, was sie zu tun haben. Warum sollten die Menschen das nicht genauso genau und unmittelbar erkennen können.

Was darauf folgt, ist der Test, ob dieses Vertrauen wirklich gerechtfertigt ist. Und dieser Test wird unfehlbar positiv ausfallen für alle, die sich selbst gegenüber ehrlich sind. Natürlich werden wir anerkennen müssen, dass eine gewisse Anzahl von Fehlschlägen völlig normal ist. Wir sind ja schließlich nicht allmächtig, sondern eben begrenzt und außerdem gehören zur Erfüllung eines Wunsches immer zwei und wenn der andere nicht will gibt es keinen Weg. Wir müssen uns einfach noch einmal auf den Weg machen – so wie die Apostel es taten, als sie nach erfolglos durchfischter Nacht noch einmal die Netze auswarfen, weil Jesus es ihnen empfohlen hatte. Das ist die richtige Einstellung für den Erfolg.

Wer nach einem Misserfolg sich selbst bedauert, verschwendet seine Energie und behindert sich gleichzeitig suggestiv. Also Schluss mit dem Selbstmitleid. Wir müssen unsere Lage einfach realistisch sehen, das sehen, was not-wendig ist, was die Not wendet, was also tatsächlich hilft. Wir müssen schon unsere ganze Energie einsetzen, um die Not zu wenden. Das ist ja klar. Wir müssen uns konzentrieren bei dem, was wir tun und prüfen, ob unsere Mittel reichen für einen Erfolg. Sonst sparen wir uns unsere Energie besser. Aber wenn wir die Energie eingesetzt haben und Misserfolg ernten, wird uns das auf keinen Fall entmutigen, denn wir wissen ja, das ein gewisser Prozentsatz an Fehlschlägen völlig unvermeidlich ist. Es ist außerdem unser Lehrgeld. An den Fehlschlägen lernen wir, wo unsere Mittel ungenügend waren oder wo einfach eine Inkompatibilität bestand, also ein Nichtpassen. Auch da gibt es keine Bewertung, wir stellen das Nichtpassen einfach fest und wenden uns dem Nächsten zu. Und wenn unsere Mittel ungenügend waren, prüfen wir, ob wir mehr investieren möchten und was wir zu bieten haben. Und dann treffen wir unsere Entscheidung. Die ist dann natürlich durchzuführen – oder, wenn sie nicht durchgeführt wird, ist erneut zu prüfen, was im Wege steht. Und so werden die eigenen Schwächen und die Stärken sehr schnell erkannt und natürlich für den Erfolg genutzt.

Eventuell störende Gefühle müssen bewusst durchleuchtet werden, damit wir sehen, ob es sich um eine echte Warnung handelt oder nur um einen unerledigten Rest aus der Vergangenheit, der eben jetzt erledigt werden muss, wo er auftaucht. So wird das Dunkel in unserem Leben immer geringer und unsere Kraft immer stärker.

Natürlich darf auch das sofort-Erledigen nicht zu einer Manie werden, wir brauchen ja (für einen fühlenden Menschen selbstverständlich) auch Rekreation (samt Leerlaufbewegungen), Erholung – und immer Entspannung, also auch während einer Erledigung, so gut es eben geht. Immer wieder zurückkehren in jenen Zustand der Entspannung, der im Augenblick der ersten und bei jeder darauf folgenden Kapitulation da war. In diese Leere des „Ich“ dringt dann ja die kosmische Energie ein, vor der wir kapituliert haben, weil wir erkannten, dass es ohnehin nur unsere eigene Lebenskraft ist. Mit dieser Energie sind wir unschlagbar – werden wir unschlagbar, denn es ist ein langwieriger Prozess, der Prozess, in dem wir unser Ich (= unser Bild von der Welt) loslassen und uns dem All ergeben – und dabei unser wahres (natürliches) Ich entdecken, das wir fortan verkörpern.

Damit ist der Weg des Erfolgs gleichzeitig auch ein spiritueller Weg, ja der höchstmögliche spirituelle Weg, weil er in immer tiefere Bewusstheit führt.

 

Selbstverständlich müssen wir uns fragen, was für uns ganz persönlich Erfolg wäre, was wirklich ein Erfolg wäre, was uns unserem Glück tatsächlich näher brächte. Und eine Antwort auf diese Frage wird zunächst gar nicht so leicht sein, weil unser Ausgangspunkt ja immer ein Zustand voller Illusionen ist. Erfolg ist für uns ja auch gesellschaftlich bewertet. Wir bekommen von haus aus ein gewisses Bild von dem mit, was Erfolg ist – tatsächlich ist Erfolg für uns aber möglicherweise etwas ganz anderes, daher müssen wir uns erst lösen von unseren (privaten und gesellschaftlichen) Vorstellungen und in uns hineinfühlen, wonach wir uns ganz persönlich sehnen. Was also unser persönlicher Traum ist. Und indem wir Schritte darauf zu machen, entdecken wir unsere Illusionen, teils über die Schwierigkeiten des Weges, teils verändert sich auch unsere Sicht des Zieles durch unsere Erfahrung. Der Traum muss also präziser werden. Enttäuschungen sind normal auf dem, Weg zur Bewusstheit, denn nur durch Enttäuschungen werden wir unsere Täuschungen los. Das ist zwar schmerzhaft, aber unvermeidlich und daher kein Grund zur Klage. Eher ist Dankbarkeit angebracht.

Daher ist das Vermitteln der nötigen Enttäuschungen auch ein wesentlicher Teil der Arbeit eines spirituellen Lehrers, neben dem Hinführen zur Vision und damit zur Energie.

Ein Glück sind Enttäuschungen natürlich nur für die, die daraus lernen – so langsam dieses Lernen auch gehen mag, denn manchmal gibt es auch Stagnationen. Auch das ist normal. Irgendwann wird das Problem dann aber so dringend, dass wir uns gezwungen sehen, etwas zu tun. Und dann tun wir das, was notwendig ist. Das ist das Erfolgsrezept. So einfach, so schwierig und so effektiv.

Merken brauchst du dir nur eines: ehrlich sein. Das reicht, alles andere kommt von selbst.

 

 

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TC